Fahrzeugeinsatz

Der Betrieb des Spargelexpresses sowohl in der Innenstadt von Braunschweig als auch auf den Überlandstrecken stellt besondere Anforderungen an die Fahrzeuge:

  • Höchstgeschwindigkeit im Bereich 80-100 km/h, damit es auf den längeren Abschnitten zwischen den Orten schnell vorran geht
  • Gute Beschleunigung, um nach einem Halt wieder schnell Fahrt aufnehmen zu können
  • Leichte Fahrzeuge, die auch auf den Straßenbahnstrecken im Stadtgebiet eingesetzt werden können (geringe Belastung des Netzes)
  • Geringe Schallemission
  • Leichter Einstieg/Niederflurigkeit
  • Türen auf beiden Fahrzeugseiten (für eingleisige oder zwischen den Gleisen gelegene Haltestellen)
  • Führerstände vorne und hinten (einfaches Wenden ohne Wendeschleife)

Wichtig ist zudem die Auswahl einer geeigneten Antriebsart: Innerhalb des Straßenbahnnetzes bietet sich die Verwendung der Straßenbahnoberleitung (600 V Gleichstrom) an. Für den Abschnitt zwischen der Hamburger Straße und Harvesse sind mehrere Lösungen denkbar:

  • Elektrifizierung der Strecke ebenfalls mit Gleichstrom: Die Fahrzeuge können vergleichsweise einfach ausgeführt werden. Die Oberleitung kann aber nicht von den Güterzügen genutzt werden
  • Elektrifizierung der Strecke mit 15000 V Wechselstrom (Oberleitungssystem Deutsche Bahn). Wenn zudem der Abschnitt zwischen Hamburger Straße und Hauptbahnhof/Güterbahnhof elektrifiziert wird, können die Güterzüge die Oberleitung mitnutzen. Für die Fahrzeuge des Spargelexpresses wird zusätzliche Elektronik nötig, die Mehrkosten verursacht.
  • Keine Elektrifizierung. Es können die Kosten für die Elektrifizierung gespart werden, die Fahrzeuge werden jedoch deutlich teurer und auch schwerer aufgrund eines zusätzlichen Dieselmotors (Hybridantrieb). Allerdings können die Fahrzeuge relativ einfach für Streckenerweiterungen z.B. nach Salzgitter eingesetzt werden.

Fahrzeuge, die die oben genannten Bedingungen erfüllen, sind von unterschiedlichen Herstellern verfügbar und werden in unterschiedlichen Stromsystemen oder auch als Hybridvariante in Städten wie Kassel, Chemnitz oder Karlsruhe eingesetzt.

Als Beispiel zeigen wir gerne den Citylink von Vossloh, der auch auf der Startseite zu sehen ist. Dieser Fahrzeugtyp wird demnächst als Hybrid-Version in Chemnitz eingesetzt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, dem zusätzlichem Dieselantrieb und zwei Führerständen wären diese Fahrzeuge gut geeignet für einen Betrieb ohne Oberleitung.