Die Krux mit den Schranken

Lange Dauerstaus vor den Bahnschranken – dies sind Befürchtungen der Spargelexpress-Kritiker. Diese Befürchtungen basieren auf ihren aktuellen Beobachtungen. Tatsächlich ist aktuell die Schrankenschließzeit z.B. in Watenbüttel ziemlich lang, da die Schranken mechanisch herunter gekurbelt werden müssen und erst dann der (lange Güter-)Zug langsam den Bahnübergang überquert.

Für eine moderne Stadtbahnstrecke muss allerdings zwangsläufig die Bahnübergangstechnik auf einen neuen Stand gebracht werden – ansonsten kann der Betrieb ohnehin nicht vernünftig durchgeführt werden. Im französischen Lyon findet sich das Beispiel Tram T3, das von der Streckengestaltung her einige Parallelen mit dem geplanten Spargelexpress aufweist. Hier wird eine ehemalige Güterstrecke –  nach einem entsprechendem Ausbau – nun als schnelle Stadtbahn mit Halten in den Ortszentren und längeren, schneller befahrenen Abschnitten dazwischen betrieben. Die Straßenkreuzungen werden größtenteils mit Schranken gesichtert. Trotz eines hohen Taktes (bis zu 12 Bahnen pro Stunde und Richtung zur Hauptverkehrszeit) kommt es hier eben nicht zu langen Staus an den Schranken, da sie nicht länger als eine gewöhnliche Straßenampel den Verkehr stoppen.

Aus der Sicht eines Straßenbahnfahrers kann man gut erkennen, wie kurzfristig die Schranken geschlossen und wie schnell sie dann überquert werden:

In dem folgenden Beispiel liegt der Bahnübergang unmittelbar an einer Haltestelle, daher braucht die abbremsende Bahn wenig länger, um ihn zu überqueren. Im Video links befindet sich eine Weiche, die dabei von der Bahn abzweigend überquert wird. Trotz dieser komplizierteren Konstellation beträgt die Wartezeit deutlich unter eine Minute.