Vorschnelle Gleissanierung am Hagenmarkt bremst Spargelexpress

Damit der Spargelexpress wie von uns skiziiert direkt in die braunschweiger Innenstadt fahren kann, müssen die Gleisanlagen im Innenstadtbereich entsprechend mit einer dritten Schiene versehen werden. Erst dann kann der normalspurige (1435 mm) Triebzug des Spargelexpresses auch auf den eigentlich zu schmalen (1100 mm) Gleisen der Straßenbahn verkehren.

Stellenweise, wie z.B. am Rathaus, wurde diese dritte Schiene schon verlegt. Im Rahmen weiterer Ausbauten ist es also naheligend, die Gleise entsprechend weiter vorzubereiten. Ausgrechnet für den so wichtigen Knotenpunkt Hagenmarkt scheint man hiervon nun eine Ausnahme machen zu wollen. Die Verkehrs-GmbH will dringend die Gleise und Weichen erneuern und schlägt hierfür ein kostengünstiges Provisorium vor. Dabei ist zu befürchten, dass vorschnell ein betrieblich deutlich verschlechterter Zustand entstehen wird, der dann doch über mehrere Jahre andauern könnte. Vor allem aber wird nun ein Umbau relaisiert, der keine dritte Schiene vorsieht.

Im Rahmen einer Begutachtung vor Ort konnte von uns nicht nachvollzogen werden, warum bereits jetzt die geringe Geschwindigkeit der Straßenbahn von 5 km/h, die zu erhebichen Verzögerungen im täglichen Betrieb führt, für das Überfahren des Hagenmarktes angeordnet wird. Eine entsprechende Bewertungen der Gleisanlagen (PDF) wurde erstellt.

Das vorschnelle Handeln ohne Weitsicht ist nicht nachvollziehbar. Planungen für eine dritte Schiene wurden bereits im Rahmen der Regiostadtbahn durchgeführt; zudem gab es ebenfalls am 22. November 2013 einen Beschluss zur Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens für den Hagenmarktumbau. Daher möchten wir gemeinsam mit Verkehrs-GmbH und Politik über die Sanierungsbedürfnisse des Hagenmarktes und vor allem das aktuelle Vorgehen diskutieren. Diesen Wunsch haben wir in einem entsprechenden Brief (PDF) formuliert.