Fakten

Die Krux mit den Schranken

Lange Dauerstaus vor den Bahnschranken – dies sind Befürchtungen der Spargelexpress-Kritiker. Diese Befürchtungen basieren auf ihren aktuellen Beobachtungen. Tatsächlich ist aktuell die Schrankenschließzeit z.B. in Watenbüttel ziemlich lang, da die Schranken mechanisch herunter gekurbelt werden müssen und erst dann der (lange Güter-)Zug langsam den Bahnübergang überquert.

Für eine moderne Stadtbahnstrecke muss allerdings zwangsläufig die Bahnübergangstechnik auf einen neuen Stand gebracht werden – ansonsten kann der Betrieb ohnehin nicht vernünftig durchgeführt werden. Im französischen Lyon findet sich das Beispiel Tram T3, das von der Streckengestaltung her einige Parallelen mit dem geplanten Spargelexpress aufweist. Hier wird eine ehemalige Güterstrecke –  nach einem entsprechendem Ausbau – nun als schnelle Stadtbahn mit Halten in den Ortszentren und längeren, schneller befahrenen Abschnitten dazwischen betrieben. Die Straßenkreuzungen werden größtenteils mit Schranken gesichtert. Trotz eines hohen Taktes (bis zu 12 Bahnen pro Stunde und Richtung zur Hauptverkehrszeit) kommt es hier eben nicht zu langen Staus an den Schranken, da sie nicht länger als eine gewöhnliche Straßenampel den Verkehr stoppen.

Aus der Sicht eines Straßenbahnfahrers kann man gut erkennen, wie kurzfristig die Schranken geschlossen und wie schnell sie dann überquert werden:

In dem folgenden Beispiel liegt der Bahnübergang unmittelbar an einer Haltestelle, daher braucht die abbremsende Bahn wenig länger, um ihn zu überqueren. Im Video links befindet sich eine Weiche, die dabei von der Bahn abzweigend überquert wird. Trotz dieser komplizierteren Konstellation beträgt die Wartezeit deutlich unter eine Minute.

VDV: Lärmminderung beschleunigen

Wir setzen uns mit dem Spargelexpress speziell für den Personenverkehr auf der Strecke von Braunschweig nach Harvesse ein. Als leichter Triebwagen ist dieser leise und im Vergleich zu einem Güterzug kaum zu hören. Geplant ist jedoch zunächst, die Strecke nächstmöglich eben für den Güterverkehr zu verwenden, um so das VW Logistikzentrum in Harvesse zu bedienen.

Den beunruhigten Streckenanliegern sei an dieser Stelle gesagt, dass der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2020 den Lärm durch Güterverkehr zu halbieren. Damit ist auch für den Güterverkehr ein deutlich leiseres Fahren zu erwarten, als wie es von manch einem Zug heutzutage zu hören ist.