Archiv des Autor: Martin Schwerter

NDR-Beitrag online

Der gelungene Beitrag des NDRs zur Reaktivierung von Bahnstrecken in Niedersachsen mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Spargelexpress wurde am 1. Februar ausgestrahlt und ist nun auch online verfügbar:

Link zum Beitrag in der NDR-Mediathek

Es ist erfreulich, dass wir mit unterschiedlichsten Unterstützern das Projekt präsentieren konnten und ein gutes Zeichen, dass gerade wir stellvertretend für die Reaktivierungspläne des Landes ausgewählt wurden.

NDR dreht „Hallo Niedersachsen“- Beitrag zum „Spargelexpress“

Der NDR hat am vergangenen Freitag einen Beitrag zum Spargelexpress als Beispiel für eine der zu reaktivierenden Strecken in Niedersachsen gedreht. Der Dreh verlief in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative „pro Zug-kunft“, die sich vor Ort in Wendeburg für den Spargelexpress einsetzt und zu den bedeutensten Unterstützern des Projektes zählt. Als Vertreter der BI wurde Josef Efken interviewt, zudem kam auch Wendeburgs Bürgermeister Gerd Albrecht als Unterstützer zu Wort. Damit konnte die Initiative erfolgreich den Medien die vielen Vorteile der Strecke aufzeigen.

Strecke bei Wendeburg

Noch liegt die Bahnstrecke bei Wendeburg im Dornröschenschlaf. Auf ihr könnten die Züge schnell und bequem in das braunschweiger Stadtzentrum fahren.

Über den Dreh und die Bahnstrecke wurde auch in der Presse berichtet:

Beitrag der „Peiner Allgemeine Zeitung“ vom 24. Januar 2015: Download, Internetversion (Ohne Abo nur Kurzfassung)

Beitrag der „Peiner Nachrichten, BZV Medienhaus“ vom 23. Januar 2015: Download Teil 1, Download Teil 2

Beitrag der „Peiner Nachrichten, BZV Medienhaus“ vom 24. Januar 2015: Download

Die Krux mit den Schranken

Lange Dauerstaus vor den Bahnschranken – dies sind Befürchtungen der Spargelexpress-Kritiker. Diese Befürchtungen basieren auf ihren aktuellen Beobachtungen. Tatsächlich ist aktuell die Schrankenschließzeit z.B. in Watenbüttel ziemlich lang, da die Schranken mechanisch herunter gekurbelt werden müssen und erst dann der (lange Güter-)Zug langsam den Bahnübergang überquert.

Für eine moderne Stadtbahnstrecke muss allerdings zwangsläufig die Bahnübergangstechnik auf einen neuen Stand gebracht werden – ansonsten kann der Betrieb ohnehin nicht vernünftig durchgeführt werden. Im französischen Lyon findet sich das Beispiel Tram T3, das von der Streckengestaltung her einige Parallelen mit dem geplanten Spargelexpress aufweist. Hier wird eine ehemalige Güterstrecke –  nach einem entsprechendem Ausbau – nun als schnelle Stadtbahn mit Halten in den Ortszentren und längeren, schneller befahrenen Abschnitten dazwischen betrieben. Die Straßenkreuzungen werden größtenteils mit Schranken gesichtert. Trotz eines hohen Taktes (bis zu 12 Bahnen pro Stunde und Richtung zur Hauptverkehrszeit) kommt es hier eben nicht zu langen Staus an den Schranken, da sie nicht länger als eine gewöhnliche Straßenampel den Verkehr stoppen.

Aus der Sicht eines Straßenbahnfahrers kann man gut erkennen, wie kurzfristig die Schranken geschlossen und wie schnell sie dann überquert werden:

In dem folgenden Beispiel liegt der Bahnübergang unmittelbar an einer Haltestelle, daher braucht die abbremsende Bahn wenig länger, um ihn zu überqueren. Im Video links befindet sich eine Weiche, die dabei von der Bahn abzweigend überquert wird. Trotz dieser komplizierteren Konstellation beträgt die Wartezeit deutlich unter eine Minute.

Vorschnelle Gleissanierung am Hagenmarkt bremst Spargelexpress

Damit der Spargelexpress wie von uns skiziiert direkt in die braunschweiger Innenstadt fahren kann, müssen die Gleisanlagen im Innenstadtbereich entsprechend mit einer dritten Schiene versehen werden. Erst dann kann der normalspurige (1435 mm) Triebzug des Spargelexpresses auch auf den eigentlich zu schmalen (1100 mm) Gleisen der Straßenbahn verkehren.

Stellenweise, wie z.B. am Rathaus, wurde diese dritte Schiene schon verlegt. Im Rahmen weiterer Ausbauten ist es also naheligend, die Gleise entsprechend weiter vorzubereiten. Ausgrechnet für den so wichtigen Knotenpunkt Hagenmarkt scheint man hiervon nun eine Ausnahme machen zu wollen. Die Verkehrs-GmbH will dringend die Gleise und Weichen erneuern und schlägt hierfür ein kostengünstiges Provisorium vor. Dabei ist zu befürchten, dass vorschnell ein betrieblich deutlich verschlechterter Zustand entstehen wird, der dann doch über mehrere Jahre andauern könnte. Vor allem aber wird nun ein Umbau relaisiert, der keine dritte Schiene vorsieht.

Im Rahmen einer Begutachtung vor Ort konnte von uns nicht nachvollzogen werden, warum bereits jetzt die geringe Geschwindigkeit der Straßenbahn von 5 km/h, die zu erhebichen Verzögerungen im täglichen Betrieb führt, für das Überfahren des Hagenmarktes angeordnet wird. Eine entsprechende Bewertungen der Gleisanlagen (PDF) wurde erstellt.

Das vorschnelle Handeln ohne Weitsicht ist nicht nachvollziehbar. Planungen für eine dritte Schiene wurden bereits im Rahmen der Regiostadtbahn durchgeführt; zudem gab es ebenfalls am 22. November 2013 einen Beschluss zur Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens für den Hagenmarktumbau. Daher möchten wir gemeinsam mit Verkehrs-GmbH und Politik über die Sanierungsbedürfnisse des Hagenmarktes und vor allem das aktuelle Vorgehen diskutieren. Diesen Wunsch haben wir in einem entsprechenden Brief (PDF) formuliert.

VDV: Lärmminderung beschleunigen

Wir setzen uns mit dem Spargelexpress speziell für den Personenverkehr auf der Strecke von Braunschweig nach Harvesse ein. Als leichter Triebwagen ist dieser leise und im Vergleich zu einem Güterzug kaum zu hören. Geplant ist jedoch zunächst, die Strecke nächstmöglich eben für den Güterverkehr zu verwenden, um so das VW Logistikzentrum in Harvesse zu bedienen.

Den beunruhigten Streckenanliegern sei an dieser Stelle gesagt, dass der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2020 den Lärm durch Güterverkehr zu halbieren. Damit ist auch für den Güterverkehr ein deutlich leiseres Fahren zu erwarten, als wie es von manch einem Zug heutzutage zu hören ist.