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Fahrradtour “Spargelexpress – auf nach Wendeburg”

Der “Spargel-Express” könnte auf der inzwischen reaktivierten Güterbahnstrecke auch Personen befördern: Von Wendeburg bis in die City von Braunschweig. Wie ein solcher Einstieg in einen deutlich verbesserten Schienen-Regionalverkehr aussehen könnte, werden wir bei einer Fahrradtour nach Wendeburg erläutern. Daneben: Spaß am Radfahren und ein kleiner Imbiss – mit Spargel natürlich.

Termin: 29.05.2016, 10:00 bis ca. 14:00
Treffpunkt: Gifhorner Straße / An der Hafenbahn (Bahnübergang am VW-Werk)
Länge: ca. 30 km
Kosten: Spende für Imbiss erbeten
Info: Tel. 0531-3104820 (R. Slawski)

Noch wartet man vergeblich in Watenbüttel auf den Personenzug nach Braunschweig. Wie schneller Bahnverkehr von Wendeburg über Watenbüttel nach Braunschweig aussehen könnte, wollen wir Ihnen bei der Fahrradtour zeigen.

 

Alt gegen neu

Auf der früheren Seite unserer Initiative (http://www.pro-zug-kunft.de) (Hinweis: Seite wird nicht mehr aktualisiert; diese Seite ersetzt sie) finden sich über zehn Jahre alte Bilder der Bahnstrecke nach Harvesse. Interessant wirkt der Vergleich mit heute: Nachdem lange Zeit die Weiche nach Harvesse ausgebaut und lediglich Verkehr zum Abfallentsorgungszentrum möglich war, können nun auch wieder Züge nach Wendeburg und Harvesse fahren.

Fehlender Abzweig nach Wendeburg Nun eingefügte Weiche

Kritik an Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsberechnung

Der Lenkungskreis zur Reaktivierung von Bahnstrecken in Niedersachsen hat nun die Gutachten zur Wirtschaftlichkeitsberechnung veröffentlicht:Dabei soll die Reaktivierung von drei Bahnstrecken vorangetrieben werden:

  • Einbeck-Mitte – Einbeck-Salzderhelden (Investitionsvolumen: 8 Mio. Euro)
  • Salzgitter-Lebenstedt – Salzgitter-Fredenberg (5,23 Mio. Euro)
  • Neuenhaus – Bad Bentheim (15,1 Mio. Euro)

Bei den ersten beiden Strecken handelt es sich um sehr kurze (ca. 2 bzw. 4 km lange) Abschnitte, d.h. nur eine “richtige” Strecke (ca. 28 km) bleibt übrig. Gemessen an dem Gesamtvorhaben und den Erwartungen, die im Vorfeld an das Verfahren geschürt wurden (6-8 Strecken, später 3-5 Strecken), fällt das Ergebnis des Verfahrens absolut enttäuschend aus.

Bislang wurden zudem leider nur wenige, kurze Präsentationsfolien mit den groben Ergebnissen vorgestellt. Eine detaillierte, aussagekräftige Betrachtung liegt nicht vor. Laut diesen Ergebnissen liegt das Nutzen-Kosten-Verhältnis für die Bahnstrecke Harvesse-Braunschweig bei 0.7; für einen (volks-)wirtschaftlichen Betrieb wird ein Wert von mindestens 1 benötigt.

Allerdings wird bereits aus der Präsentation deutlich, dass nur die klassische Bahnstrecke von Harvesse über Gliesmarode zum Hauptbahnhof geprüft wurde. Entgegen unserer Idee wird bei der klassischen Bahnstrecke das Hauptzielgebiet der potentiellen Fahrgäste – die Branschweiger Innenstadt – nicht angebunden. Dadurch sinkt die Anzahl Fahrgäste erheblich und die Wirtschaftlichkeit bricht ein.

Wir fragen uns:

  • Wurde der ohnehin stattfindende Ausbau der Bahnstrecke für den VW-Güterverkehr berücksichtigt? Wie kommen dennoch die beträchtlichen Baukosten zustande?
  • Wieso geht das Gutachten von einer sinkenden Einwohnerzahl in Wendeburg aus?
  • Wurde eine Entlastung des von Stau geplagten Ortsteils Watenbüttel durch Verkehrsverlagerung auf die Schiene ausreichend berücksichtigt? Gibt es ein P+R-Konzept?
  • Wurde die große Anzahl an Arbeitsplätze, die mit der Bahn effektiv an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden werden, ausreichend berücksichtigt?
Strecke bei Wendeburg

Gleisertüchtigungen in Wendezelle für die Anbindung des VW-Logistikzentrums.

Diese Fragen können erst geklärt werden, wenn das vollständige Gutachten vorliegt. Daher fordern wir, dass das Gutachten im Sinne eines transparanten Verfahrens veröffentlicht bzw. den Bürgern zugänglich gemacht wird!

In einem weiteren Schritt ist es notwendig, auch unsere Ideen einer Innenstadtdurchfahrung mit leichten Triebwagen (Spargelexpress) in das Verfahren aufzunehmen und zu prüfen. Wir sind uns sicher, dass dadurch erheblich mehr Fahrgäste gewonnen werden können, weil viele Relationen dann schnell und bequem mit dem Spargelexpress erreichbar sind. Ferner können parallele Busverbindungen in die Innenstadt eingestellt oder auf anderen Wegen sinnvoller eingesetzt werden, sodass hier gleichzeitig ein Einsparpotential sowie eine weitere Verkehrsverlagerung auf die Schiene stattfindet.

NDR-Beitrag online

Der gelungene Beitrag des NDRs zur Reaktivierung von Bahnstrecken in Niedersachsen mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Spargelexpress wurde am 1. Februar ausgestrahlt und ist nun auch online verfügbar:

Link zum Beitrag in der NDR-Mediathek

Es ist erfreulich, dass wir mit unterschiedlichsten Unterstützern das Projekt präsentieren konnten und ein gutes Zeichen, dass gerade wir stellvertretend für die Reaktivierungspläne des Landes ausgewählt wurden.

NDR dreht “Hallo Niedersachsen”- Beitrag zum “Spargelexpress”

Der NDR hat am vergangenen Freitag einen Beitrag zum Spargelexpress als Beispiel für eine der zu reaktivierenden Strecken in Niedersachsen gedreht. Der Dreh verlief in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative “pro Zug-kunft”, die sich vor Ort in Wendeburg für den Spargelexpress einsetzt und zu den bedeutensten Unterstützern des Projektes zählt. Als Vertreter der BI wurde Josef Efken interviewt, zudem kam auch Wendeburgs Bürgermeister Gerd Albrecht als Unterstützer zu Wort. Damit konnte die Initiative erfolgreich den Medien die vielen Vorteile der Strecke aufzeigen.

Strecke bei Wendeburg

Noch liegt die Bahnstrecke bei Wendeburg im Dornröschenschlaf. Auf ihr könnten die Züge schnell und bequem in das braunschweiger Stadtzentrum fahren.

Über den Dreh und die Bahnstrecke wurde auch in der Presse berichtet:

Beitrag der “Peiner Allgemeine Zeitung” vom 24. Januar 2015: Download, Internetversion (Ohne Abo nur Kurzfassung)

Beitrag der “Peiner Nachrichten, BZV Medienhaus” vom 23. Januar 2015: Download Teil 1, Download Teil 2

Beitrag der “Peiner Nachrichten, BZV Medienhaus” vom 24. Januar 2015: Download

Die Krux mit den Schranken

Lange Dauerstaus vor den Bahnschranken – dies sind Befürchtungen der Spargelexpress-Kritiker. Diese Befürchtungen basieren auf ihren aktuellen Beobachtungen. Tatsächlich ist aktuell die Schrankenschließzeit z.B. in Watenbüttel ziemlich lang, da die Schranken mechanisch herunter gekurbelt werden müssen und erst dann der (lange Güter-)Zug langsam den Bahnübergang überquert.

Für eine moderne Stadtbahnstrecke muss allerdings zwangsläufig die Bahnübergangstechnik auf einen neuen Stand gebracht werden – ansonsten kann der Betrieb ohnehin nicht vernünftig durchgeführt werden. Im französischen Lyon findet sich das Beispiel Tram T3, das von der Streckengestaltung her einige Parallelen mit dem geplanten Spargelexpress aufweist. Hier wird eine ehemalige Güterstrecke –  nach einem entsprechendem Ausbau – nun als schnelle Stadtbahn mit Halten in den Ortszentren und längeren, schneller befahrenen Abschnitten dazwischen betrieben. Die Straßenkreuzungen werden größtenteils mit Schranken gesichtert. Trotz eines hohen Taktes (bis zu 12 Bahnen pro Stunde und Richtung zur Hauptverkehrszeit) kommt es hier eben nicht zu langen Staus an den Schranken, da sie nicht länger als eine gewöhnliche Straßenampel den Verkehr stoppen.

Aus der Sicht eines Straßenbahnfahrers kann man gut erkennen, wie kurzfristig die Schranken geschlossen und wie schnell sie dann überquert werden:

In dem folgenden Beispiel liegt der Bahnübergang unmittelbar an einer Haltestelle, daher braucht die abbremsende Bahn wenig länger, um ihn zu überqueren. Im Video links befindet sich eine Weiche, die dabei von der Bahn abzweigend überquert wird. Trotz dieser komplizierteren Konstellation beträgt die Wartezeit deutlich unter eine Minute.

Vorschnelle Gleissanierung am Hagenmarkt bremst Spargelexpress

Damit der Spargelexpress wie von uns skiziiert direkt in die braunschweiger Innenstadt fahren kann, müssen die Gleisanlagen im Innenstadtbereich entsprechend mit einer dritten Schiene versehen werden. Erst dann kann der normalspurige (1435 mm) Triebzug des Spargelexpresses auch auf den eigentlich zu schmalen (1100 mm) Gleisen der Straßenbahn verkehren.

Stellenweise, wie z.B. am Rathaus, wurde diese dritte Schiene schon verlegt. Im Rahmen weiterer Ausbauten ist es also naheligend, die Gleise entsprechend weiter vorzubereiten. Ausgrechnet für den so wichtigen Knotenpunkt Hagenmarkt scheint man hiervon nun eine Ausnahme machen zu wollen. Die Verkehrs-GmbH will dringend die Gleise und Weichen erneuern und schlägt hierfür ein kostengünstiges Provisorium vor. Dabei ist zu befürchten, dass vorschnell ein betrieblich deutlich verschlechterter Zustand entstehen wird, der dann doch über mehrere Jahre andauern könnte. Vor allem aber wird nun ein Umbau relaisiert, der keine dritte Schiene vorsieht.

Im Rahmen einer Begutachtung vor Ort konnte von uns nicht nachvollzogen werden, warum bereits jetzt die geringe Geschwindigkeit der Straßenbahn von 5 km/h, die zu erhebichen Verzögerungen im täglichen Betrieb führt, für das Überfahren des Hagenmarktes angeordnet wird. Eine entsprechende Bewertungen der Gleisanlagen (PDF) wurde erstellt.

Das vorschnelle Handeln ohne Weitsicht ist nicht nachvollziehbar. Planungen für eine dritte Schiene wurden bereits im Rahmen der Regiostadtbahn durchgeführt; zudem gab es ebenfalls am 22. November 2013 einen Beschluss zur Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens für den Hagenmarktumbau. Daher möchten wir gemeinsam mit Verkehrs-GmbH und Politik über die Sanierungsbedürfnisse des Hagenmarktes und vor allem das aktuelle Vorgehen diskutieren. Diesen Wunsch haben wir in einem entsprechenden Brief (PDF) formuliert.

VDV: Lärmminderung beschleunigen

Wir setzen uns mit dem Spargelexpress speziell für den Personenverkehr auf der Strecke von Braunschweig nach Harvesse ein. Als leichter Triebwagen ist dieser leise und im Vergleich zu einem Güterzug kaum zu hören. Geplant ist jedoch zunächst, die Strecke nächstmöglich eben für den Güterverkehr zu verwenden, um so das VW Logistikzentrum in Harvesse zu bedienen.

Den beunruhigten Streckenanliegern sei an dieser Stelle gesagt, dass der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2020 den Lärm durch Güterverkehr zu halbieren. Damit ist auch für den Güterverkehr ein deutlich leiseres Fahren zu erwarten, als wie es von manch einem Zug heutzutage zu hören ist.